Seit 2017 bewahren wir am Oberlauf des Scharmbecker Baches in Osterholz-Scharmbeck eine kleine Wildnis: ein 1,4 Hektar großes Biotop, in dem Natur sich frei entfalten darf – ohne Nutzung, ohne Eingriffe, ohne den Anspruch des Menschen auf Ordnung und Kontrolle.
Auf den weiten Feuchtwiesen wächst das seltene Fleischfarbene Knabenkraut, eine Orchideenart der Roten Liste. Dahinter schlängelt sich die Scharmbeck durch einen wilden Auenwald – ein Rückzugsort für Amphibien, Insekten, Vögel, Rehe, Fledermäuse und viele andere Tiere. Zwischen Alt- und Totholz entsteht ständig neues Leben. Veränderung ist hier kein Problem, sondern das Prinzip der Natur selbst.
Mitten in einer intensiv genutzten Agrarlandschaft ist Just Nature eine kleine Insel der Vielfalt – ein Trittstein für Biodiversität und ein Ort echter Wildnis. 2026 konnten wir auf dem Gebiet auch die Jagd verbannen. Bereits 2024 konnte das Projekt durch eine weitere Biotopfläche erweitert werden: Die Familie Just spendete uns ihr 2.300 m² großes Familienerbe in unmittelbarer Nachbarschaft.
Nur etwa 0,6 % der Fläche Deutschlands gelten noch als echte Wildnis. Der überwiegende Teil unseres Landes wird wirtschaftlich genutzt – als Industrie-, Verkehrs-, Wohn- oder Landwirtschaftsfläche. Die Folgen sind dramatisch: Der Verlust von Lebensräumen hat unter anderem dazu geführt, dass innerhalb von nur 30 Jahren rund 80 % der Biomasse von Insekten verschwunden sind.
Just Nature steht für eine andere Haltung. Natur schützen bedeutet nicht immer, etwas zu tun. Oft bedeutet es, etwas wieder zuzulassen: Wildnis. Unordnung. Dynamik. Stille. Leben und Vergehen.
Natur Natur sein zu lassen beginnt vor allem im Kopf.